Bannkrieger von Bernd Frenz




Reihe: Die Legende von Rorn 1
Taschenbuch: 510 Seiten
Verlag: Blanvalet; Auflage: 1. (Juni 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442268078
Preis: EUR 15,00
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Klappentext
Kaum bricht die Dunkelheit herein, fallen die Lederhäuter über Rorns Dorf her. Die unheimlichen Gestalten scheinen unverwundbar zu sein, und der junge Schmied sieht nur eine Möglichkeit, wie er seine Familie und Freunde retten kann. Er zwingt die Sumpfhexe Hatra, ihm mit ihrer Magie beizustehen. Tatsächlich hilft ihm der Zauber der Alten, die Lederhäuter zu vertreiben. Doch dann erkennt Rorn, dass sich ein einmal ausgesprochener Bann nicht wieder ablegen lässt ...

Meine Meinung
Das Land Iskan steht kurz vor dem Untergang. Die Menschen hungern, während ihre Nachbarn in Baros ein schönes Leben haben. Um die Ungerechtigkeit zu begleichen ruft der Schamane der Iskander Kräfte herbei, die nichts und niemand aufhalten kann. Die Wut richtet sich besonders gegen die Jadeträgerin, die mit ihrem Bann Baros beschützt. Als der junge Schmied Rorn eben diese vor Angreifern rettet, ahnt er nicht welches Leid er damit auf sich zieht. Plötzlich wird sein Dorf von geheimnisvollen Gestalten angegriffen und Rorn sieht keine andere Möglichkeit als die Hexe Hatra um Hilfe zu bitten. Doch der Bann, den sie über den Jungen spricht, kann mehr Fluch als Segen sein. Viel zu spät muss Rorn erkennen, dass ein ausgesprochener Bann nicht zurück genommen werden kann. Von nun an ist sein Weg als Bannkrieger von Blut gezeichnet.

Ich gebe zu, liest man meine Beschreibung des Inhalts durch, bekommt man den Eindruck, es ginge nur um Kampf und Blutvergießen. Doch dieses Buch bietet viel mehr. Für mich stellt es die traurige Geschichte eines jungen Mannes dar.
Rorn hatte alles, was er für ein gutes Leben brauchte, seine Familie und das Mädchen seiner Träume. Doch das Schicksal entscheidet sich gegen ihn. Bei einem Angriff auf sein Dorf verliert er alles. Zwar versucht er von der Hexe Hatra Hilfe zu bekommen, doch sie kann die Dorfbewohner nicht retten. Der Bann, den die Hexe über Rorn gesprochen hat, bestimmt von da an sein Leben. Als Bannkrieger wird er ein geschickterer Schwertkämpfer als er es je war, doch gleichzeitig wird er kälter. Es scheint, als würde die Kälte, die sein Schwert ausstrahlt, auf ihn übergehen und von ihm Besitz ergreifen. Mit jedem Kampf, den er führen muss, verliert er sein früheres Ich und wird ganz und gar der Bannkrieger.

Neben Rorns Weg, wird auch der der Jadeträgerin aufgezeigt. Ihr Leben ist geprägt von Ritualen und Regeln. Auch wenn sie viel Ansehen genießt und bewundert wird, auch wenn sie sich als etwas besseres sieht und hochnäsig zeigt, ist sie eigentlich nichts anderes als eine Gefangene ihres Amtes. Auch wenn es nicht so scheint, trägt sie eine schwere Last. Als die wahren Ausmaße ihrer Taten, die für sie verborgen blieben oder besser gesagt vor ihr verborgen wurden, ans Licht kommen, kann sie die Last der Schuld nicht mehr tragen.

Eigentlich scheinen diese beiden Charaktere nichts gemeinsam zu haben, außer das ihre Wege sich kreuzten, doch eben diese Begegnung scheint alles auszulösen. Von diesem Moment an sind alle Menschen um sie herum dem Untergang geweiht. Das Schicksal dieser Charaktere hat mich berührt, weshalb sie mir noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben werden.

Bernd Frenz beschreibt hier ein Schicksal, welches sicherlich keiner von uns tragen wollen würde. Er schafft es aus dieser traurigen Geschichte ein Buch zu kreieren, dass von Seite zu Seite mehr von sich offenbart. Der tolle Schreibstil erlaubt es in die Szenerie einzutauchen und somit mit allen Sinnen dem Geschehen beizuwohnen. Die Charaktere, die ihre eigenen Geschichten haben, helfen mit ihren Gedanken und Äußerungen auch die menschlichen Komponenten zu verstehen.
Mit Rorn hat der Autor einen Charakter geschaffen, über den noch einiges erzählt werden könnte. Sein Schicksal als Bannkrieger hat nämlich gerade erst begonnen

Fazit
In "Bannkrieger" findet sich ein faszinierendes Abenteuer in einer fremden Welt. Als Leser folgt man dem Bannkrieger und unterstützt ihn bei seinen Kämpfen. Doch für mich macht erst die Gefühlsebene dieses Buch zu etwas besonderem.


PS: Gegen Ende des Buches lässt sich noch die Geschichte des Feuersängers finden, der mehrmals erwähnt wurde. Auch die Lebensgeschichte diese Jungen ist voller Emotionen. Sie zeugt von viel Schmerz und Unterdrückung.


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