Areon - Der Weg des Schwertes von Lars Neger




Taschenbuch: 376 Seiten
Verlag: Ammianus; Auflage: 1. (31. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981228588
ISBN-13: 978-3981228588

Preis: EUR 13,90
Klappentext
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: Saer Mikael Winbow, ein adliger Ordenskrieger, und der Schwertkämpfer Ayrik Areon, vermeintlicher Eidbrecher und Verräter, dessen Namen man in allen Winkeln des Königreichs von Anarien verflucht. Ihr Ziel ist die Stadt Rhynhaven, eintausend Meilen entfernt, wo man Ayrik als Hochverräter den Prozess machen wird. Eintausend Meilen bleiben ihm, Mikael von seiner Unschuld zu überzeugen. Nur eintausend Meilen, um die Geschichte zu erzählen: Von seinem Aufstieg und Fall im Zeichen des Wolfes.

Meine Meinung
Ayrik Areon, der Eidbrecher und Hochverräter. Viele kennen seinen Namen, doch niemand kennt seine wahre Geschichte. 
Wer ist dieser Mann? Welchen Verrat hat er begangen? Welchen Eid hat er gebrochen?
Bei einem letzten Kampf um sein Leben, ist er schwer verletzt worden. Ausgerechnet einer der Männer, die ihn bekämpften, rettet ihn. Saer Mikael Winbow, ein Odenskrieger, will seinen Auftrag um jeden Preis beenden, weshalb er Ayrik als Gefangenen mit sich nimmt. Und so beschließt der Eidbrecher das erste und das letzte Mal seine wahre Geschichte zu erzählen. Seine Erzählung ist detailreich und ungelogen. Auch wenn es Mikael nicht gefallen mag was er zu sagen hat, beschließt dieser doch ein aufmerksamer Zuhörer zu sein.

Lars Neger lässt Ayrik Areon gleich auf zwei Arten auf Reisen gehen. Die eine Reise beschreitet der 35 jährige Ayrik, während die andere sein 22 jähriges Ich macht. Es ist der Ältere, der sein jüngeres Ich erneut auf den Pfaden der Erinnerung wandern lässt, während er selbst an Mikaels Seite in seinen vermeidlichen Tod reitet.

Zu Beginn beschreibt sich Ayrik selbst, als einen eingebildeten, verwöhnten und nutzlosen Jungen, der auf sein großes Schicksal wartet. Seit seiner Kindheit wurde er im Geheimen zum Schwertkämpfer ausgebildet, was eigentlich mit dem Tod bestraft wird. Als ein Biest das Dorf in Gefahr bringt, sieht er seine große Chance gekommen, doch sein Vater verwehrt ihm diese. In seinem Zorn macht er einen Fehler, der zu seiner Verbannung führt. Gezwungen sein bisheriges Leben aufzugeben, muss er einsehen, dass er viel mehr verliert als gedacht. Doch die Verbannung zwingt ihn auch zum Lernen. Er lernt zu überleben, sein Schwert zu benutzen und ein wenig über sich hinauszuwachsen. Seine Gelegenheit sich dem Biest zu stellen kommt schließlich und bringt ihm den Sieg. Für diesen Mut, ernennt ihn die Königin zu einem Saer, einem freien Schwertkämpfer in ihren Diensten. Von nun an untersteht er ihren Befehlen und ihr Schutz wird zu seiner Aufgabe. Doch so ruhmreich es auch klingen mag, Ayrik selbst bezeichnet dies als den Beginn seines Untergangs.

Ayriks Aufstiegt ist mit viel Schmerz verbunden und dem Verlust seiner Heimat. Er muss erst alles aufgeben, eher er etwas neues gewinnen kann. Auf seinem langen Weg findet er treue Freunde, doch auch zahlreiche Feinde begegnen ihn immer wieder. Er findet Gelegenheiten zum Lachen und ebenso zum Weinen. Das faszinierende an diesem Charakter ist die Tatsache, dass er nie aufgibt. Scheint alles noch so aussichtslos und schlimm zu sein, versucht er doch einen Ausweg zu finden.

Die ganze Geschichte selbst ist äußerst düster und trostlos gehalten worden. Beinahe das ganze Geschehen spielt sich im Winter an. Ich muss sagen, dass der Autor sich sehr darauf versteht diesen realistisch zu umschreiben. Das ist nämlich auch der Grund, weshalb ich mit dem Lesen nur so langsam voran kam. Jedes mal, wenn ich das Buch aufschlug und zu lesen begann, kam die Kälte. Als ich dann endlich die letzte Seite ausgelesen hatte, hatte ich beinahe das Gefühl mir einige Zähen abgefroren zu haben.

Die Sprache, die hier verwendet wurde, ist gewöhnungsbedürftig. Es ist kein weiches und fließendes Erzählen, es ist hart und schwierig. Vor allem hätte ich nie gedacht, dass das Wort "Scheiße" so oft verwendet werden könnte.

Lars Neger hat hier eine völlig realistisch wirkende Szenerie geschaffen, die auf eine gewisse Weise mittelalterlich angehaucht ist. Die Menschen leben in einer Ständegesellschaft, beherrscht von Regeln und Gesetzen. Das Land ist gespalten in zwei Glaubensrichtungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Doch dann ist da Ayrik. Er ist jemand, der schafft seinen Stand zu überwinden. Er beweist, dass es dazu die Möglichkeit gibt. Ayrik ist es auch, der zeigt, dass der Glaube an eine bestimmte Gottheit nicht wichtig ist. So lange man an sich selbst glauben kann, kann man alles erreichen.

Fazit
Die wahre Geschichte eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat. Bürden und Abenteuer, Liebe und Leid hat er in seinem Leben gesehen und ist nun bereit davon zu berichten. Der erste Teil seiner Reise ist nun vorbei, doch die Erzählung ist noch lange nicht beendet. Es ist sicherlich keins der üblichen Bücher, die ich sonst lese, doch es hat mich sehr beeindruckt, weshalb ich es sicherlich auch weiter lesen würde.



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