Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack von Mark Hodder


Reihe: Burton & Swinburne 1
Originaltitel: The Strange Affair of Spring Heeled Jack
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1 (15. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3404206995
Preis: EUR 15,00
eBook: EUR 11,99

Inhalt
Sir Richard Burton ist ein bekannter Entdecker und Gelehrter, doch als auf seinen Rivalen, Speke, geschossen wird, wird er der Tat verdächtigt. Um seinen ehemaligen Freund zu sehen und um die eigene Unschuld zu beweisen, kehrt Burton nach London zurück. Doch hier begegnet er einer unwirklichen Gestalt, den Spring Heeled Jack, einer Gestalt mit der man eigentlich unartigen Kindern droht. Vom Premierminister persönlich, erhält er den Auftrag die seltsamen Vorfälle, die sich um Jack und andere Kreaturen ranken, zu untersuchen. Da auch der Körper von Speke auf seltsame Weise entwendet wurde, ist sein Interesse geweckt. Zur Unterstützung nimmt er sich deshalb seinen Freund und Dichter, Algernon Swinburne, mit. Gemeinsam machen sie sich auf, das Rätsel zu lösen, doch nie hätten sie auch nur ahnen können, was sie dabei entdecken würden.

Meine Meinung
"Benimm dich! Oder Spring Heeled Jack kommt dich holen!"
So lautet die Drohung der Mütter an ihre unartigen Kinder. Diese sagenumwobene Gestalt ist ein Kind des viktorianischen Englands. Sie soll zwischen 1837 und 1888 über junge Mädchen hergefallen sein. Sein Aussehen wird als bizarr bezeichnet, besonders wenn er seine Fähigkeit einsetzte, auf seinen Stelzen gewaltige Sprünge vollführend zu verschwinden.

Mark Hodder hat mit diesem Buch die Sagengestalt nun erneut zum Leben erweckt. Doch nicht nur Spring Heeled Jack wird hier erneut Leben eingehaucht, es finden sich auch noch so einige andere historisch belegte Personen wieder. Die so entstandene Geschichte, mit all ihren Fantasy-Elementen, beschert einen neuen und interessanten Blick auf die Vergangenheit. Und wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, dass die realen Ereignisse damals nicht eine gewisse Ähnlichkeit mit den Beschriebenen hatten? Vielleicht findet sich hier eine bisher nicht erkannte Erklärung für die Unerklärlichkeit der Ereignisse.

Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt auf dem Afrikaforscher Sir Richard Francis Burton. Sein Leben lang hat er Dinge erforscht und versucht dabei so viel wie möglich zu lernen. Durch den Selbstmordversuch seines Freundes und Rivalen, John Hanning Speke, wird er etwas aus seiner Rolle gestoßen. Sein Weg führt ihn nach London, wo ihm ein Auftrag ausgehändigt wird. Der Premierminister möchte, dass er die Geschehnisse um Spring Heeled Jack und den anderen ungewöhnlichen Phänomenen aufdeckt, und die Schurken ihrer gerechten Strafe überführt. Burton findet sich an einem Scheideweg, der in eine ungewisse Zukunft führt. Seine Entschlossenheit führt ihn in sein wohl bisher seltsamstes Abenteuer und fordert all sein Können und seine Geschicke.

Als Wegbegleiter hat er sich Algernon Charles Swinburne gewählt. Der junge Dichter ist ein merkwürdiger Geselle. Ruhmlos dem Alkohol verfallen, empfindet er nur durch Schmerzen wahre Lust. Durch die Zusammenarbeit mit Burton erhofft er sich die Inspiration zu finden und endlich wahre Kunst vollbringen zu können. Doch ahnt er nicht, in welche Gefahr er sich damit begibt.

Vor Mark Hodder sollte man für das Buch den Hut ziehen. er schafft es so vieles zu vereinen und es trotzdem spannend klingen zu lassen. So gibt es hier aufregende Verfolgungsjagden, detektivischen Spürsinn, Begegnungen mit Werwölfen, fantastische Steampunkelemente bis hin zu Zeitreisen. All dies findet sich in den Kulissen des alten nebelverhangenen Londons wieder. Und doch ist diese englische Stadt vollkommen anders, als wir sie uns vorstellen würden. Dieses London ist geprägt von technischen Neuheiten. So gibt es etwa dampf-betriebene Pferdekutschen, fliegende Sessel und motorisierte Hochräder.

Die Sprache des Buches ist einfach gehalten, der Inhalt hingegen schon kompliziert verwoben. Es werden viele Andeutungen gemacht, manche klarer als andere, Gruppenbewegungen, wie die der Genetiker, Technokraten oder Libertins angesprochen, aber auch philosophische und ethnische Themen angeschnitten.
Während des Lesens gab es oft Momente, wo ich mich gefragt habe, was all die Sachen den mit Spring Heeled Jack zu tun haben sollen, doch mit dem Fortschreiten des Geschehens wird dies eben klar. All die Szenarien, die zuvor als überflüssig oder unpassend erschienen, ergeben einen Sinn. Um dies entdecken zu können, muss man aber Geduld haben, denn zum Ende hin wird all gesammeltes Wissen kombiniert.
Nach Beendigung des Buches lässt sich ganz klar erkennen, dass das Geschehen sich um eine bestimmte Frage dreht: Wie weit darf der Mensch gehen?

Fazit
"Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack" ist ein spannender und ergreifender Roman. Die Geschehnisse sind so klar beschrieben, dass man manchmal das Gefühl hatte direkt dabei zu sein. Der Aufbau der einzelnen Szenarien bringt zum Nachdenken und Fragen stellen. Überhaupt bietet dieses Buch viel Interessantes zu entdecken. Ich kann nur raten sich das Buch zu schnappen und das aufregende Abenteuer anzutreten. 



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