Die Radleys von Matt Haig


Originaltitel: The Radleys
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (19. August 2010)
Sprache: Deutsch
GB - ISBN-13: 978-3462042337
Preis: EUR 9,99
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Inhalt
Die Radleys scheinen eine ganz normale Familie zu sein. Vater Peter ist Arzt, seine Frau Helen Hausfrau. Ihre Kinder besuchen ganz normal die Schule und schlagen sich mit den Problemen des Alltags rum. Doch warum hat Rowan so starke Hautprobleme, wenn er zu viel Sonnenlicht abbekommt, oder Nächte in denen er einfach nicht einschlafen kann? Warum kann Clara, die Tiere doch so gerne hat, keinem näher kommen, da sie sonst ausrasten? Als Clara dann eines Abend auf einer Party von einem Jungen bedrängt wird und etwas in ihr erwacht, wird klar, dass die Radleys nicht so normal sind, wie sie gerne wären. Sie sind abstinente Vampire. Doch dann taucht Peters Bruder bei ihnen auf und bringt wirkliches Chaos mit sich. Werden sie ihr Leben wie bisher auch weiter führen können?
Meine Meinung
Die Radleys, eine Vampirfamilie, die sich für ein normales Leben entschieden hat und deshalb kein Blut mehr zu sich nimmt. Die Idee hat mich überzeugt zu diesem Buch zu greifen, denn mal ehrlich, ist es nicht interessant zu erfahren wie ein solches Leben funktionieren würden?

Rowan Radley ist 17, fürchterlich verknallt in Evi, aber viel zu schüchtern um auch nur ein Wort mit ihr zu wechseln. Zudem leidet er an einer starken Sonnenunverträglichkeit und kann nachts kaum schlafen, während ihm tagsüber schon mal die Augen zufallen können. Seine Vorliebe für rohes Fleisch ist sicherlich auch nicht all zu normal, dabei wünscht sich Rowan nichts sehnlicher als normal zu sein um endlich eine Chance bei Evi zu haben und nicht mehr geärgert zu werden.

Clara Radley ist etwas jünger als Rowan und mit Evi gut befreundet. Sie hat zwar nicht seine Probleme, doch sie wünscht sich sehnlichst ein Haustier. Leider verfallen die Tiere in ihrer Gegenwart regelrecht in Panik. Um diesen Wunsch erfüllen zu können, wird sie sogar zu Vegetarierin, auch wenn ihr davon andauernd schlecht ist und sie sich übergeben muss.

Eine Nacht verändert jedoch alles. Sie offenbart Clara eine Seite an sich, von der sie nie etwas geahnt hatte und zwingt ihre Eltern dazu endlich die volle Wahrheit zu sagen. So erfahren die Kinder nach all den Jahren, was denn nicht mit ihnen stimmt. Sie erfahren was sie sind, dass sie Vampire sind.
Nach dem Vorfall mit Clara hatte Peter seinen Bruder angerufen und ihn um Hilfe gebeten. Sein Auftauchen bringt noch mehr Chaos mit sich und droht auch schließlich die Familie zu zerbrechen.

Zu Beginn der Geschichte schien alles vielversprechend. Vampire, die ohne Blut leben und versuchen ihren Durst zu unterdrücken. Klang ja nicht übel, doch dann wird dem Leser klar, dass Rowan und Clara nicht von ihrem Dasein wissen. Ist so etwas überhaupt möglich? Kann man tatsächlich sein Leben lang nicht merken, dass man eigentlich ein Wesen der Nacht ist?

Ok, die Eröffnung des Vampirseins stellt eine interessante Wendung dar. Da hätte vielleicht so vieles geschehen können, doch aus einem unergründlichen Grund wird dann Peters Bruder, Will, ins Geschehen gebracht. Sein Auftauchen drückt die Stimmung so richtig runter. Klar, mit seinem Auftauchen wird auch ein Teil von Peters und Helens Vergangenheit besser beleuchtet. Dabei zeigt es auch auf, dass es dort ein Geheimnis gibt, welches all zu lange verborgen wurde. Will bringt aber auch Wut und Zorn mit sich, ebenso wie die Gefahr. Denn Vampire werden gejagt und ihm sind so einige Jäger auf der Spur.

Obwohl in der Handlung ja einiges geschieht, soll sie sich innerhalb von vier Tagen abspielen, Freitag bis Montag. Für mich erschien es zu schnell. Mal ehrlich, die Kinder erfahren, dass sie Vampire sind und kommen super schnell damit klar. Geht das denn überhaupt? Über Helen Radley konnte ich mich auch nur aufregen. Bei ihr hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, sie würde ihren Mann für einen Idioten halten. Sie will alles unter Kontrolle halten, auch wenn diese ihr immer mehr entgleitet. Helen gibt sich kalt und abweisend, was nicht gerade sehr sympathisch ist.

Um ehrlich zu sein, war mir von allen Charakteren nur Peter Radley irgendwie sympathisch. Er war realer und hat seine Gelüste auch ausgesprochen. Für seine Familie nimmt er sich zusammen und hält durch, dabei gibt es durchaus Versuchungen, die ihm zu gerne näher kommen würden.
Fazit
"Die Radleys" überzeugt durch eine interessante Idee, leider hapert es aber an der Umsetzung. Die Geschehnisse schreiten zu schnell voran, so dass die Charaktere ziemlich blass bleiben. Zum Ende hin wurde es völlig unrealistisch und übertrieben, was der Geschichte nicht sonderlich gut getan hat.


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